Kategorie-Archiv: 2009

Neue Ansätze in der Diabetes-Forschung

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Professor Dr. Elmar Peschke, Universitätsklinikum Halle (Saale)

Weltweit ist die Wissenschaft auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes mellitus, weil eine stetig ansteigende Anzahl Menschen von dieser meist als Wohlstandskrankheit auftretenden Erkrankung betroffen ist. Allein in Deutschland sind es nahezu acht Millionen Patienten, denen jede neue Erkenntnis über den Diabetes zugutekommt. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Anatomie und Zellbiologie) haben einen neuen Ansatz gefunden, der möglicherweise in eine neue Therapieform münden kann.

Die Wissenschaftler um Professor Dr. Elmar Peschke entdeckten unter anderem, dass bei Diabetikern im Vergleich zum Gesunden das Hormon Melatonin deutlich verringert im Blut zu finden ist. Da Melatonin einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Insulinproduktion nimmt, sieht Professor Peschke in diesen Erkenntnissen einen neuen Ansatz für weitere wissenschaftliche Untersuchungen, die dann in eine neue Therapie des Diabetes münden könnten. In Zellexperimenten konnten die Wissenschaftler belegen, dass Melatonin die stimulierte Insulinsekretion hemmt.

Melatonin ist ein Hormon, welches vor allem in der Zirbeldrüse im Zwischenhirn gebildet wird und den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen maßgeblich beeinflusst. Die Melatoninkonzentration ist nachts am höchsten. Jetlag und Schichtarbeit sind mit gestörter Synthese und Ausschüttung von Melatonin verbunden. Ein zu niedriger Melatoninspiegel kann zu Schlafstörungen führen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Melatoninproduktion ab. Die Arbeitsgruppe um Professor Peschke fand heraus, dass die Insulin-produzierenden beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse Melatoninrezeptoren aufweisen, die möglicherweise auf die tagesrhythmische Insulinproduktion Einfluss nehmen. Der enge funktionelle Zusammenhang zwischen Insulin und Melatonin sowie die wechselseitige Beeinflussung gehört zu den wichtigsten Ergebnissen der Arbeitsgruppe und begründet die Hoffnung, dass sich perspektivisch aus dieser Kenntnis Therapiestrategien ergeben könnten.

Das Langzeitforschungsprojekt der Arbeitsgruppe Peschke “Zeitstrukturen endokriner Systeme” wird von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig auch in den kommenden fast vier Jahren gefördert, damit diese ergebnisreiche Forschung fortgesetzt werden kann. Das ist das Ergebnis einer soeben erfolgten Evaluierung durch eine externe Kommission, die das Projekt positiv begutachtet und der Union der Akademien Deutschlands zur Weiterführung empfohlen hat. Der Evaluierungskommission konnten 48 Publikationen und 71 Kurzpublikationen sowie 3 Endokrinologie-Bände vorgelegt werden, die im Rahmen der Projektarbeit entstanden sind. Projektbegleitend wurden ferner 42 Kolloquien mit internationaler Beteiligung durchgeführt, die gemeinsam von der halleschen Universität mit der Sächsischen Akademie veranstaltet wurden und der Öffentlichkeit zugänglich waren. Bereits seit 2000 unterstützt die Sächsische Akademie (Landesakademie für die Länder Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen) die Projektarbeit. Geldgeber sind je zur Hälfte der Bund und das Land Sachsen-Anhalt. Ingesamt werden etwa zwei Millionen Euro an Fördergeldern ausgereicht, davon etwa 600.000 Euro in den kommenden Jahren bis Ende 2012. Von den Fördergeldern werden zwei Wissenschaftler und eine technische Mitarbeiterin sowie Verbrauchsmaterialien bezahlt.

Professor Elmar Peschke freut sich über die positive Begutachtung und die Fortsetzung der Förderung: “Wir sehen darin eine Anerkennung unserer wissenschaftlichen Arbeit und sehen uns bestärkt, unsere wissenschaftlichen Ansätze weiter zu verfolgen.” Mittlerweile knüpfen zahlreiche Forschergruppen, unter anderem in den Vereinigten Staaten und in Schweden, an die in Halle erzielten Ergebnisse an. In zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen, unter anderem in “Nature genetics”, wird auf die halleschen Erkenntnisse Bezug genommen. Perspektivisch wollen die halleschen Forscher vorrangig klären, durch welche Mechanismen ein gestörter Melatoninhaushalt auf die Entstehung des Diabetes mellitus Einfluss nehmen könnte. Von einer klinischen Anwendung der Erkenntnisse am Patienten ist die Wissenschaft allerdings noch weit entfernt. “Viel Forschungsarbeit”, sagt Professor Elmar Peschke, “liegt noch vor uns.”

Regelmäßige Untersuchungen gefordert

Durchblutungsstörungen verkürzen Lebenszeit bei Diabetes

Deutsche Diabetes-Gesellschaft fordert regelmäßige Untersuchungen

Ist der Zuckerhaushalt gestört, leiden als Folge die großen und kleinen Blutgefäße. Menschen mit Diabetes mellitus erkranken deshalb doppelt so häufig an einer peripheren Durchblutungsstörung (pAVK) wie Menschen ohne Diabetes. Eine aktuelle Studie bei fast 7000 älteren Menschen zeigt, dass die Kombination pAVK und Diabetes die Lebenserwartung deutlich verkürzt. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) empfiehlt daher, dass Ärzte Diabetiker regelmäßig auf die Verschlusskrankheit untersuchen. Wird diese früh erkannt, können Risiken wie Schlaganfall und Herzinfarkt reduziert werden. Die periphere Durchblutungsstörung ist eine häufig unterschätzte Folgeerkrankung des Diabetes. Tritt sie mit Diabetes gemeinsam auf, haben Erkrankte eine verkürzte Lebensdauer.

Die Studie “German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index” (getABI) untersuchte 6880 Patienten aus knapp 350 Hausarztpraxen, die älter als 65 Jahre waren, über den Zeitraum von fünf Jahren. Das Risiko zu sterben, war bei Menschen mit Diabetes und PAVK um das Dreifache erhöht im Vergleich zu gesunden Menschen. “Ärzte müssen Menschen mit Diabetes und pAVK als Hochrisikopatienten behandeln”, so PD Dr. med. habil. Rainer Lundershausen, Pressesprecher der DDG, Erfurt.

Eine einfache, unblutige und sichere Diagnose der pAVK ist der Knöchel-Arm-Index oder “ankle brachial index” (ABI): Bei dem Test misst der Arzt zunächst den Blutdruck an der Wade knapp oberhalb des Fußgelenks. Diesen Wert teilt er durch den Blutdruck, den er wie üblich am Arm misst. Liegt der ABI unter 0,9, spricht dies für eine Durchblutungsstörung der Beine. Diese bleibt ohne den Knöchel-Arm-Index oft lange unbemerkt. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten Symptome auf wie Schmerzen in den Waden. Bei Diabetes-Patienten mit einer Mediasklerose, bei der die mittlere Wandschicht der Arterien verkalkt, liefert der Knöchel-Arm-Index allerdings keine sichere Diagnose.

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft fordert, alle Diabetes-Patienten regelmäßig mit geeigneten Methoden auf pAVK zu untersuchen.

Bluthochdruck

Viel Salz, hoher Blutdruck!

Der Welt-Hypertonie-Tag richtet die Aufmerksamkeit auf Risikofaktoren für Bluthochdruck und betont dieses Jahr den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck. Der 17. Mai steht unter dem Motto “Versalzen Sie sich nicht Ihre Gesundheit!”

Bluthochdruck (Hypertonie) ist die Volkskrankheit Nr.1 – die Zahl der Betroffenen nimmt in einem besorgniserregenden Maße stetig zu. Mindestens 30 Millionen Menschen in Deutschland haben bereits zu hohen Blutdruck. Man schätzt, dass bei den über 60-Jährigen jeder zweite einen zu hohen Bluthochdruck hat.

Bluthochdruck hat gravierende Folgen, denn er erhöht das Risiko deutlich, gefährliche (kardio-)vaskuläre Krankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Retinopathie, Demenz) zu erleiden. In Deutschland werden gegenwärtig rund 200.000 Schlaganfälle pro Jahr registriert, von denen 90.000 tödlich verlaufen. Wenn man bedenkt, dass 40 Prozent dieser Schlaganfälle und die daraus resultierenden Todesfälle durch eine bessere Blutdruckeinstellung verhindert werden könnten, wird deutlich, wie wichtig die Prävention ist. Die Prävention umfasst eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck. Leider ist die Dunkelziffer der Hypertonie nach wie vor sehr hoch, denn ein zu hoher Blutdruck macht normalerweise keine Symptome. Der Bluthochdruck wird oftmals erst gar nicht bemerkt. Über die Hälfte der Patienten ist nicht diagnostiziert und nur jeder dritte diagnostizierte Patient wird auch behandelt.

Auch die Prävention von Bluthochdruck steckt noch in den Kinderschuhen

Zwar sind die Ursachen der essentiellen Hypertonie multifaktoriell und nicht endgültig geklärt, aber bestimmte Risikofaktoren sind bekannt und könnten gut beeinflusst werden. Dazu gehört neben dem Rauchen und dem Übergewicht auch die salzreiche Kost. Was den wenigsten Menschen bekannt ist: Ein hoher Salzkonsum stellt einen Risikofaktor dar und kann zu Bluthochdruck führen.

Der Salzkonsum ist besonders problematisch, da wir oft unwissentlich “verstecktes” Salz zu uns nehmen – und zwar via Konserven, Fertiggerichte oder Fastfood-Essen. Der durchschnittliche pro Kopf-Salzkonsum ist fast doppelt so hoch wie empfohlen. Nach Angaben der Welt-Hypertonie-Liga könnten jährlich weltweit 2,5 Millionen Todesfälle vermieden werden, wenn die Menschen ihren Salzkonsum auf maximal 6 Gramm/Tag halbieren würden. Der Welt-Hypertonie-Tag 2009 möchte darauf aufmerksam machen und das Bewusstsein für die Erkrankung Bluthochdruck schärfen. Das Motto des internationalen Aktionstages lautet: “Versalzen Sie sich nicht Ihre Gesundheit!”

Die Erkrankung Bluthochdruck stellt eine wachsende Gefahr für unsere Gesellschaft dar und ist bereits jetzt die Haupttodesursache in den westlichen Industrienationen. Der Bluthochdruck steht daher auch in diesem Jahr im Mittelpunkt des Internistenkongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. in Wiesbaden unter der Kongresspräsidentschaft von Prof. Dr. med. Rainer E. Kolloch (Bielefeld). Im Rahmen der Kongresspressekonferenz am 20.04.2009 wurden die verschiedenen Aspekte der Hypertonie beleuchtet und Präventionsmaßnahmen dargestellt. Prof. Dr. med. Joachim Hoyer (Marburg), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. und der Deutschen Hypertonie Gesellschaft, wird auf der Pressekonferenz zur “weißen Gefahr” sprechen – sein dringender Appell lautet: “Weniger Salz für alle!”

Durch konsequente Präventionsmaßnahmen können Bluthochdruck und die daraus resultierenden schweren Folgeerkrankungen vermieden werden. Am Welt-Hypertonie-Tag, am 17. Mai 2009, werden deutschlandweit zahlreiche Veranstaltungen und kostenlose Blutdruckmess-Aktionen durchgeführt, zu denen die Deutsche Hochdruckliga aufgerufen hat (Liste unter www.hochdruckliga.de). Zudem hat die Hochdruckliga einen Informationsflyer zum Thema “Salz und Bluthochdruck” erstellt, der ebenfalls online eingesehen und angefordert werden kann.

Diabetes News Welt Hypertonie Tag 2009

Langzeitwert HbA1c

Seniorengerechte Diabetes-Therapie

diabetesDE fordert individuell angepasste Behandlung: Sinnvolle Therapieziele für ältere Diabetiker

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2 Drittel aller an Typ-2-Diabetes erkrankten Menschen sind über 60 Jahre alt. Bei ihnen kann eine Diabeteserkrankung wie bei jüngeren Diabetikern das Leben verkürzen. Die Blutzuckerkontrolle bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil der Diabetes-Therapie. Sie muss aber Rücksicht auf das Alter der Patienten nehmen, fordern diabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG). Wie ältere Patienten gut versorgt werden können, erläutert Dr. med. Ann-Kathrin Meyer, Hamburg, in einem Übersichtsartikel der Fachzeitschrift “Diabetologie und Stoffwechsel”.

Jüngeren Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 raten die Ärzte heute dazu, einen normalen Blutzucker anzustreben. Der Langzeitwert HbA1c sollte 6,5% nicht überschreiten. Ein Teil der Typ-2-Diabetiker erreicht dieses Ziel mit einer gesunden Lebensweise, andere benötigen blutzuckersenkende Tabletten. Oft ist das Spritzen von Insulin notwendig. Ist bei älteren Menschen ein idealer HbA1c-Wert nur noch unter Einsatz mehrerer Mittel zu erreichen, können die Nachteile möglicher Nebenwirkungen die Vorteile der Blutzuckersenkung überwiegen. diabetesDE und DDG raten in solchen Fällen dazu, das Therapieziel entsprechend anzupassen und einen höheren HbA1c-Wert zu tolerieren. Diese Empfehlungen gründen auf einer im letzten Jahr publizierten US-Studie mit über 10.000 Typ-2-Diabetikern (ACCORD-Studie). Die im Durchschnitt 62 Jahre alten Teilnehmer hatten zu Beginn HBA1c-Werte von über 8%, ein aus Sicht der DDG inakzeptabler Wert. Die Hälfte der Patienten strebte in der Studie einen HbA1c von 7,0% bis 7,9% an, ein für Senioren realistisches Ziel, das die meisten Teilnehmer der Studie unter Einsatz von einem oder zwei Antidiabetika erreichten. Einige spritzten zusätzlich Insulin.

In der zweiten Gruppe sollten die Diabetiker den HbA1c-Wert auf unter 6% senken. Erlaubt war der Einsatz aller verfügbaren Antidiabetika. Die Mehrzahl der Teilnehmer nahm im folgenden Jahr 3 bis 5 Medikamente ein. Doch das Ziel wurde nicht vollständig erreicht. Am Ende lag der HbA1c-Wert im Durchschnitt bei 6,4% und damit signifikant besser als der der Kontrollgruppe. Die Studie wurde jedoch abgebrochen, weil es unter der aggressiven Blutzuckersenkung zu mehr Todesfällen gekommen war.

Die Gründe dafür sehen Experten in der höheren Rate von lebensgefährlichen Unterzuckerungen und der deutlichen Gewichtszunahme vieler Patienten. Außerdem könnte die gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente schaden: Gerade bei alten Menschen steigt beim Einsatz mehrerer Medikamente die Gefahr, dass Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der einzelnen Wirkstoffe nicht mehr kontrollierbar sind. Schon bei einzelnen Medikamenten kann die Dosierung wegen der nachlassenden Nierenleistung schwierig werden. Außerdem fällt es vielen älteren Menschen schwer, unfangreiche Medikationen einzuhalten. Hinzu kommt die im Alter oft einseitige und eingeschränkte Ernährung, die die Aufnahme der Wirkstoffe im Darm beeinflusst. Viele hochbetagte Patienten sind nicht mehr in der Lage, sich körperlich zu betätigen, was sich günstig auf den Blutzucker auswirken würde. Und die bedarfsabhängige Insulinbehandlung bereitet Senioren mitunter Schwierigkeiten. Alle diese Faktoren müssen die Ärzte bei der Betreuung von betagten Typ-2-Diabetetikern beachten. Das bedeutet aber nicht, dass alte Menschen keine günstigen HBA1c-Werte erreichen können. In einer weiteren Studie (ADVANCE) gelang es den Teilnehmern, unter einer umsichtigen Therapie den HBA1c-Wert auf 6,5% zu senken, ohne dass es zu vermehrten Komplikationen kam. Dort hatten die Ärzte auf bewährte Medikamente gesetzt und es war gelungen, das Körpergewicht zu halten und andere Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Das Ergebnis war eine geringere Rate von Diabetesschäden an der Niere als in einer Vergleichsgruppe mit höheren HbA1c-Werten.

Kostenfrage

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Rechtsanwalt Dieter Möhler

“Therapiehinweis” Ezetimib

Therapiehinweis schadet der Gesundheit von Diabetikern

Therapiehinweise sollen insbesondere bei hochpreisigen Wirkstoffen oder Therapieprinzipien das Wirtschaftlichkeitsgebot konkretisieren. Therapiehinweise müssen von den Vertragsärzten (der gesetzlichen Krankenkassen) beachtet werden. Ezetimib wird zur Senkung von erhöhten Blutfettwerten eingesetzt, wenn die Behandlung mit einem Statin nicht ausreicht. In diesen Fällen wird Ezetimib zusätzlich zum Statin eingesetzt.

Der am 17.12.2009 dem Gemeinsamen Bundesausschuss zur Entscheidung vorliegende Therapiehinweis zu Ezetimib lässt die Verordnung des Cholesterinsenkers nur noch in seltenen Fällen zu. Typ-2-Diabetiker mit zu hohen Cholesterinwerten gehören zu der Patientengruppe, deren Therapie durch diesen Therapiehinweis eingeschränkt wird. Ein nicht konsequent behandelter Cholesterinwert lässt gerade bei Typ-2-Diabetikern das sowie so erhöhte Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko noch einmal steigen.

“Dies wird billigend in Kauf genommen”, sagt Rechtsanwalt Dieter Möhler, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes. Er beantragt, den Therapiehinweis nicht in die Arzneimittelrichtlinie aufzunehmen. “Juristisch ist es möglich, dass so genannte themenbezogene Vertreter schriftlich Anträge einreichen”, erläutert Möhler. Der Antrag des Deutschen Diabetiker Bundes ist der erste, der jemals von einer Patientenorganisation im Bezug auf die Arzneimittel-Richtlinie gestellt wurde. Die Erweiterung der Anlage 4 der Arzneimittel-Richtlinie soll verhindert werden. Sollte jedoch der Therapiehinweis zu Ezetimib vom Gemeinsamen Bundesausschuss in die Richtlinie aufgenommen werden, können nur noch wenige Patienten das blutfettsenkende Medikament Ezetimib von ihren Ärzten verschrieben bekommen.

Patienten mit einer schweren Fettstoffwechselstörung – eben Typ-2-Diabetiker – sind von dieser Entscheidung unmittelbar betroffen. “Im Regen stehen dann Diabetiker, die auf die Standardbehandlung mit Statinen nicht ausreichend ansprechen, das heißt, die (inter)national empfohlenen Cholesterinwerte nicht erreichen.” Daher beantragt Dieter Möhler, diesen Therapiehinweis ersatzlos zu streichen.

Rechtliches

“Gegen den Therapiehinweis sprechen verfahrensrechtliche Argumente”, erläutert der DDB-Vorsitzende und Rechtsanwalt, “vor allem aber die Tatsache, dass dieser Therapiehinweis wie ein Verordnungsausschluss wirkt”. Das entspricht weder dem Sinn von Therapiehinweisen noch dem in der Zulassung erteilten Anwendungsgebiet des Medikaments. “Einerseits wird beklagt, das deutsche Gesundheitswesen schneide im europäischen und internationalen Vergleich zunehmend schlechter ab. Andererseits entfernt man sich mit der Verabschiedung solcher Therapiehinweise immer weiter von internationalen medizinischen Qualitätsstandards.”

Für den Fall, dass der Antrag auf Streichung des Therapiehinweises abgelehnt wird, legt Möhler vorsichtshalber gleich nach und fordert, den Text so abzufassen, dass die Behandlung mit Ezetimib “… Patienten mit schweren Fettstoffwechselstörungen (zum Beispiel Diabetikern) vorbehalten (bleibt), die … ein hohes Risiko für Ereignisse (wie Herzinfarkt oder Schlaganfall) haben. Möhler: “In dieser Sache muss sich der DDB für die berechtigten Interessen von Diabetikern und ihren Angehörigen einsetzen.”

Gesundheitsrisiko verringern

Macht Gesundheitspolitik krank?

Ärzte gegen Steuerverschwendung des Gesundheitsministeriums

Bertram Steiner, Sprecher der Gruppe “Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung”: “Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) verschwendet Steuergelder, um für die SPD Wahlkampf zu machen. Das BMG versucht im Vorwahlkampf, auf Kosten des Steuerzahlers die gescheiterte Gesundheits- und Honorarreform schönzureden”. Steiner hat die Gruppe “Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung” im Online-Ärztenetzwerk “Hippokranet.de” gegründet.

Diabetes-News Gesundheitspolitik Macht Krank

Die Anzeigenserie des Gesundheitsministeriums scheint eine verzweifelte Reaktion auf die in immer mehr Arztpraxen des Landes hängenden Plakate der “Aktion 15 Prozent für die SPD” zu sein, die von anderen Ärzten im gleichen Netzwerk gestartet wurde, sagt der Berliner Zahnarzt. Seine Gruppe hat eine Gegenversion der Anzeige ins Internet gestellt, die ebenfalls von Arztpraxen geladen, ausgedruckt und in die Wartezimmer der Praxen gehängt werden wird.

“Im System der gesetzlichen Krankenversicherung fließt viel Geld. Insgesamt 150 Mrd. Euro. Doch für die niedergelassenen Ärzte gibt es davon nur etwa 15 Prozent. Eineinhalb Zehntel für die Ärzte, die für Sie Tag und Nacht da sind, wenn Sie sie brauchen. Der Rest wird für die Krankenhäuser, für Medikamente und anderes, vor allem für eine undurchsichtige Bürokratie verbraucht. Eine Bürokratie, unter der die Ärzte und die Patienten leiden”, heißt es unter anderem in der Anzeige, die unter der URL www.hippokranet.de/wahlkampf zu laden ist.

“Die Ärzte appellieren an die Vernunft aller Bundesbürger: Ergreifen Sie die Chancen, die eine Bundestagswahl bietet. Machen Sie durch Ihre Wahl deutlich, dass Sie nicht mehr bereit sind, das von dieser Regierung angerichtete Chaos hinzunehmen”, appelliert die “Aktion Ärzte gegen Steuerverschwendung” an die Patienten: “Wir haben noch Abermillionen Patientenkontakte bis zur Wahl. Die werden zehntausende von Kollegen zur Patientenaufklärung über die gescheiterte Gesundheitspolitik der großen Koalition nutzen, Tag für Tag”, kündigt Steiner an

Das Online-Netzwerk Hippokranet.com ist die gemeinsame Forums- und Netzwerkplattform der Fachinformationsdienste Facharzt.de, Hausarzt.de und zaend.de. Insgesamt sind hier weit über 40.000 Nutzer registriert, es finden sich in unzähligen Gruppen mehrere 100.000 Beiträge. Einzigartig im Internet: Die Plattform wird seit Jahren von ihren eigenen Lesern finanziert. Mehr als 7.000 Abonnenten zahlen freiwillig für die Nutzung, die sie problemlos auch kostenlos haben könnten.

Metformin

Wirkstoff des Monats: Metformin

Normalisiert überhöhten Blutzuckerspiegel

Diabetes Typ II ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit in Deutschland und weltweit. Bei dieser Krankheitsvariante sinkt die Empfindlichkeit des Körpers auf das “Anti-Zucker-Hormon” Insulin. Die daraus relutierende Folge ist ein überhöhter Blutzuckerwert. Die Erkrankung beruht in der Regel auf einem ungesunden Lebenswandel, sie trifft vor allem Menschen mit Übergewicht.

Während sie früher meist erst im Erwachsenenalter auftrat, leiden heute auch immer mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ II. Häufig verläuft der Diabetes Typ II in der Anfangsphase ohne Symptome. Erste Anzeichen können ständige Müdigkeit oder eine Verschlechterung des Sehvermögens sein. Die Überzuckerung des Blutes führt zu Veränderungen der Blutgefäße, die ihrerseits gravierende Spätfolgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenprobleme und Nervenschäden auslösen können.

Die ersten und wichtigsten Therapiemaßnahmen bei einem Diabetes Typ II sind Gewichtsreduktion und Sport. Sinken die Blutzuckerwerte dadurch jedoch nicht ab, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Meist ist Metformin das Mittel der Wahl. Metformin normalisiert den Blutzucker, indem es an mehreren Stellen in dessen Stoffwechsel eingreift: Er reduziert die körpereigene Zuckerproduktion in der Leber, er erhöht die Sensibilität des Muskel- und Fettgewebes für Insulin und er verhindert die Aufnahme von Zucker aus dem Darm in das Blut. Metformin verringert den Blutzuckerspiegel durchschnittlich um 20%.

Bei Metformin besteht keine Gefahr einer gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie). Zu seinen unerwünschten Wirkungen gehören insbesondere Übelkeit, Blähungen, Durchfall und ein metallischer Geschmack im Mund. Eine sehr seltene, aber äußerst schwerwiegende Komplikation ist die Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure. Da Metformin bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht angewendet werden darf, ist der Wirkstoff bei älteren Patienten meistens kontraindiziert. Metformin wird sowohl als Monopräparat als auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten verwandt.

Metformin kam im Jahr 1973 auf den deutschen Markt. Dem unabhängigen Marktforschungsinstitut INSIGHT Health zufolge liegt sein Umsatzvolumen derzeit bei 51 Millionen Euro pro Jahr. Das erste Metformin-Generikum gab es 1993. Mittlerweile entfällt auf die preisgünstigen Generika mit diesem Wirkstoff nach Umsatz ein Marktanteil von rund 95%.

www.progenerika.de/de/12583627184204766/show/publik/wirkstoff.html

Entzündungshemmende Socke

Gefahren des diabetischen Fußes mit Gesundheitssocken verringern

Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 30.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fuß-Syndroms vorgenommen. Als Diabetiker sollte man mindestens einmal jährlich eine ärztliche Untersuchung seiner Füße vornehmen lassen. Der Diabetiker selbst sollte seine Füße täglich untersuchen, damit er keine Verletzungen übersieht. Die Behandlung eines diabetischen Fußes ist langwierig und aufwendig. Hier lohnt sich das Tragen von entzündungshemmenden Socken, damit es möglichst erst gar nicht zu Entzündungen kommt.

Die Nervenbahnen von Diabetikern sind oft in ihrer Funktion gestört. Dadurch werden schmerzhafte Wunden oder Druckstellen nicht richtig wahrgenommen. Das Leben mit diabetischen Füßen erfährt ein wenig Erleichterung durch spezielle Diabetikersocken. Die “levee” Silbersocken sind so gearbeitet, dass sie ohne ein einschnürendes Gummi einen guten Halt bieten. Die Spitzen der Socken sind handgekettelt. Auch hierdurch werden Druckstellen bestmöglich verhindert.

In die Diabetikersocken von “levee” wurde in die Innenseite ein Silberfaden eingearbeitet. Dieser wirkt antibakteriell und sorgt dafür, dass sich etwa vorhandene Wunden oder Druckstellen nicht weiter unbegrenzt entzünden.

Die Diabetikersocken von “levee” sind deutschlandweit die ersten medizinisch zertifizierten Gesundheitssocken. Der Vertrieb wurde von der imc marketing & consult gmbh Geschäftsbereich Gesundheitssocken übernommen und optimiert.
Diabetes News Levee Gesundheitssocken

Unauffällig und schick durch den Alltag

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Neues Blutzuckermessgerät Pura™: einfach, elegant und präzise

Liederbach/Burgdorf, 31. August 2009 (dk) – Ungern zeigen sich Diabetiker beim Blutzuckermessen in der Öffentlichkeit. Mit dem neuen Blutzuckermessgerät Pura™ setzt Yposmed jetzt neue Maßstäbe in der Blutzuckerkontrolle und im Design: Durch das attraktive Design ist PuraTM alltagsfähig, und Diabetiker können sich damit “sehen lassen”. Das Blutzuckermessgerät ist zudem hochpräzise sowie einfach und komfortabel zu bedienen. Die Teststreifen werden mit einem “Klick” eingesetzt und die Messung startet zuverlässig. Durch den breiten und stabilen Teststreifen kommt der Diabetiker beim Entfernen nicht mehr mit Blut in Kontakt – Finger und Hände bleiben sauber.

Für die Blutzuckerkontrolle wird der Teststreifen einfach oben quer in das Gerät eingesetzt. Schon fünf Sekunden nach Aufnahme des Bluttropfens erscheint der Messwert im Display. Das Ergebnis ist dank integrierter Goldelektrode sehr präzise. Anschließend kann der Teststreifen mit dem großen Griffbereich bequem und ohne Blutkontakt entfernt werden. Außerdem ist er sehr saugstark und kann daher schnell die Blutprobe von 1 Mikroliter aufnehmen. Das Gerät muss nicht eingestellt werden – die Messung startet automatisch. So können Messfehler aufgrund von falscher oder vergessener Codierung vermieden werden.

Trotz des handlichen kleinen Formats können die Messergebnisse selbst bei schlechten Lichtverhältnissen genau abgelesen werden. Dafür sorgt das große Display mit hellem Hintergrund. Über das Drei-Tasten-System ist das Gerät sicher und einfach zu bedienen. Das digitale Diabetes-Tagebuch bleibt mit PuraTM immer auf dem aktuellen Stand, denn die aktuellen Blutzuckerwerte lassen sich per USB-Schnittstelle problemlos auf den Computer übertragen. Das Gerät selbst kann bis zu 500 Messwerte speichern. Gerade junge, junggebliebene und stilbewusste Menschen mit Diabetes möchten mit ihrer Krankheit in der Öffentlichkeit so wenig wie möglich auffallen. PuraTM entspricht diesem Wunsch, denn das Blutzuckermessgerät überzeugt auch mit seinem puristisch-modernen Design. Somit ist es vor allem für trendbewusste Menschen mit Diabetes oder solche, die ein besonders aktives Leben führen, die perfekte Wahl.

Damit sich Diabetiker selbst von den Vorzügen des neuen Blutzuckermessgeräts überzeugen können, bietet Ypsomed die Möglichkeit, das Gerät zu testen. Auf der Website www.mylife-pura.de können Interessierte PuraTM kostenfrei und unverbindlich anfordern. Zudem bietet die Website weitere Informationen über das Blutzuckermessen und ein Gewinnspiel mit regelmäßigen Verlosungen.

Über das Unternehmen

Ypsomed entwickelt und produziert Injektionssysteme und Pen-Nadeln für Diabetes-, Wachstumshormon- oder Infertilitätstherapien sowie für weitere Indikationen. Mit den von Ypsomed selber entwickelten Technologie-Plattformen bietet Ypsomed eine Vielzahl von Injektionssystemen mit unterschiedlicher Funktionalität: Autoinjektoren für Einwegspritzen, wieder verwendbare Pens und Einweg-Pens für Einkammer- oder Doppelkammer-Karpulen kombiniert mit Mechanismen für eine fixe oder variable Abgabemenge Einzel- oder Mehrfachdosierung sowie automatischer oder manueller Ausschüttung. Bekannt ist das Unternehmen auch für seine innovativen Pen-Nadeln Optifine® und Clickfine® universal zum Aufclicken. In Deutschland verwendet fast jeder dritte Mensch mit Diabetes und Insulintherapie die Pen-Nadeln von Ypsomed. Der Hauptsitz von Ypsomed liegt in der Schweiz. Insgesamt beschäftigt Ypsomed über 1200 Mitarbeiter an mehreren Produktionsstandorten in der Schweiz sowie innerhalb eines europäischen Verkaufs- und Vertriebsnetzes.

Neue Zusammenhänge entdeckt

Neue Zusammenhänge zwischen Leber und Diabetes Typ 2 entdeckt

Entscheidende Faktoren für Körpergewicht und Insulinwirkung

Die Entstehung von Diabetes Typ 2 und die Leber sind engeren Wechselwirkungen unterworfen, als Wissenschaftler dies bisher annahmen. Experimente zeigen, dass die Leber und ihr Stoffwechsel ein entscheidender Faktor ist, ob und wo der Körper Fett einlagert. Geschieht dies außerhalb des üblichen Fettgewebes, beispielsweise in der Leber selbst, kann dies zur so genannten Insulinresistenz führen. Die neu entdeckten Zusammenhänge zwischen Fettleber, Übergewicht, Insulinsresistenz sowie Diabetes mellitus und wie diese Erkenntnisse zukünftig Diabetes Typ 2 verhindern könnten, ist ein Schwerpunktthema der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Diese fand vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress-Centrum Leipzig statt.

Bisher gingen Experten davon aus, dass die Fettleber eine Folge von Typ 2 Diabetes oder Adipositas ist. Neueste Studien belegen nun das Gegenteil: Die Fettleber könnte – bereits in einem frühen Stadium – auch eine Ursache für die verminderte Insulinwirkung und damit für Diabetes Typ 2 und Übergewicht sein. “Die Fettleber ist wahrscheinlich integraler Bestandteil des so genannten Metabolischen Syndroms”, meint Tagungspräsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie sowie Diabetologie an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. Weshalb der Körper Fett in die Leber oder in andere Regionen außerhalb des üblichen Fettgewebes einlagert, zeigen Versuche mit Mäusen. “Wir haben einen fettstoffwechselspezifischen Genregulator selektiv in der Leber verändert”, berichtet Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, “bei gleicher Nahrungsmenge haben die Mäuse dann eine ausgeprägte Adipositas entwickelt. Wurde der Mechanismus deaktiviert, blieben die Mäuse dünn.” Daraus folgt: Veränderungen des Leberstoffwechsels können ursächlich für Adipositas und weiteren Erkrankungen wie Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 sein.