Kategorie-Archiv: 2009

Neue Zusammenhänge entdeckt

Neue Zusammenhänge zwischen Leber und Diabetes Typ 2 entdeckt

Entscheidende Faktoren für Körpergewicht und Insulinwirkung

Die Entstehung von Diabetes Typ 2 und die Leber sind engeren Wechselwirkungen unterworfen, als Wissenschaftler dies bisher annahmen. Experimente zeigen, dass die Leber und ihr Stoffwechsel ein entscheidender Faktor ist, ob und wo der Körper Fett einlagert. Geschieht dies außerhalb des üblichen Fettgewebes, beispielsweise in der Leber selbst, kann dies zur so genannten Insulinresistenz führen. Die neu entdeckten Zusammenhänge zwischen Fettleber, Übergewicht, Insulinsresistenz sowie Diabetes mellitus und wie diese Erkenntnisse zukünftig Diabetes Typ 2 verhindern könnten, ist ein Schwerpunktthema der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Diese fand vom 20. bis 23. Mai 2009 im Congress-Centrum Leipzig statt.

Bisher gingen Experten davon aus, dass die Fettleber eine Folge von Typ 2 Diabetes oder Adipositas ist. Neueste Studien belegen nun das Gegenteil: Die Fettleber könnte – bereits in einem frühen Stadium – auch eine Ursache für die verminderte Insulinwirkung und damit für Diabetes Typ 2 und Übergewicht sein. “Die Fettleber ist wahrscheinlich integraler Bestandteil des so genannten Metabolischen Syndroms”, meint Tagungspräsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Chefarzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie sowie Diabetologie an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. Weshalb der Körper Fett in die Leber oder in andere Regionen außerhalb des üblichen Fettgewebes einlagert, zeigen Versuche mit Mäusen. “Wir haben einen fettstoffwechselspezifischen Genregulator selektiv in der Leber verändert”, berichtet Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, “bei gleicher Nahrungsmenge haben die Mäuse dann eine ausgeprägte Adipositas entwickelt. Wurde der Mechanismus deaktiviert, blieben die Mäuse dünn.” Daraus folgt: Veränderungen des Leberstoffwechsels können ursächlich für Adipositas und weiteren Erkrankungen wie Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2 sein.

Viele “Insulinskeptiker” sind gar keine

Therapiebarrieren bei Diabetes

Viele Diabetiker stehen der angeratenen Insulintherapie gespalten gegenüber. Sie ahnen den Nutzen, haben aber Angst davor.

Wie schwer vielen Patienten der Einstieg in eine Insulintherapie fällt, davon haben manche Ärzte gar keine Vorstellung, sagt Diplom-Psychologin Susan Woods. Sie selbst äußert dafür volles Verständnis: “Viele Patienten scheuen einen Eingriff in ihr Lebenskonzept, was psychologisch vollkommen verständlich und legitim ist. Sie möchten ihr Leben im Grunde so weiter führen wie bisher, ohne einschneidende Umstellungen, Diäten, Vorschriften, Einschränkungen. Sie fürchten, durch eine komplizierte Therapie fremdbestimmt zu werden.”

Die Hürden vor der Insulintherapie

Wovor der insulinpflichtig gewordene Diabetiker zurückscheut, weiß man aus Studien recht genau.

  • Die Angst vor der Injektion spielt meist keine so dominante Rolle, wie oft behauptet.
  • Viele Patienten fürchten, dass sie der Umgang mit Spritzen und Insulineinheiten überfordert.
  • Ähnlich viele fühlen sich stigmatisiert, wenn sie sich durch Spritzen oder Blutzuckermessen in der Öffentlichkeit als zuckerkrank “outen” müssen.
  • Noch mehr Patienten haben Angst vor Unterzuckerungen (Hypoglykämien).
  • Innerlich steht die Spritze symbolisch für eine unheilbar gewordene Krankheit.
  • Viele Patienten verbergen ihr Gefühl von Scham, bei der Tablettentherapie, beim Abnehmen und all den anderen Ratschlägen “versagt” zu haben. Die Scham führt zur Verweigerung.
  • Viele Patienten wissen nicht genug über Diabetes: In einer Studie glaubten 36% der neu diagnostizierten und 24% der länger erkrankten Patienten, die Krankheit gehe einfach vorüber. 22% nahmen an, Diabetes habe keinen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit. Und neuen von zehn waren sich nicht darüber bewusst, dass Diabetes die Lebenserwartung verkürzt. Warum also eine mühselige Therapie auf sich nehmen?

Unterm Strich resultiert aus diesen Faktoren eine “psychologische Insulinresistenz”. Man verweigert sich der Insulintherapie.

Viele “Insulinskeptiker” glauben eigentlich an den Nutzen der Insulintherapie

Meist steht hinter der “psychologischen Insulinresistenz” gar keine pure Verweigerung, sondern eine ambivalente Haltung, die es zu erkennen und zu akzeptieren gilt. Die selben Patienten, die der Insulintherapie aus psychologischen Gründen skeptisch gegenüber stehen, ahnen, dass ihnen die Spritze helfen würde. Sie haben sich informiert, haben die Botschaft ihres Arztes im Grunde verstanden, erwarten eigentlich ein positives Ergebnis. Weil aber die Angst vor der Veränderung so stark ist, verstärken sich die eigenen Schuld- und Schamgefühle. Dieser Mechanismus gilt zumindest für einen Teil der Patienten.

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Petrak et al, Psychosoziale Charakteristika von oral behandelten Patienten
mit wenig kontrolliertem Diabetes II, ADA 2006

Manche Ärzte bedrängen die Patienten

Unterm Strich haben die Patienten ein negatives Bild von den Veränderungen, die eine Therapieumstellung mit sich bringt. Ganz anders ihr therapeutisches Gegenüber. Der Arzt sieht medizinische Gründe: bessere Blutzuckerkontrolle, Vermeiden von Folgeschäden etc. Er will dem Patienten helfen, ihn motivieren, gewinnen, überzeugen, verändern. Er drückt ihm sein positives Bild der Therapie regelrecht auf. “Das macht die Kommunikation schwierig, weil sie auf verschiedenen Ebenen läuft”, so Woods. “Der Einstieg in die Insulintherapie ist bei psychologischen Widerständen eben ein psychologischer Vorgang, der vom Arzt Fingerspitzgefühl erfordert.” Der Arzt muss das negative Bild und die Angst des Patienten vor der Veränderung aufgreifen, um sie zu überwinden.

Empfehlungen richtig dosieren, nicht eintrichtern

Natürlich muss Beratung über medizinische Grundlagen sein (s.o.). Aber sie darf beim ambivalenten Insulinskeptiker nicht im Vordergrund stehen, ist Woods überzeugt. “Am ehesten wird diejenige Therapie umgesetzt, die einem Menschen ermöglicht, seinen Lebensplan weitgehend beizubehalten.” Das bedeutet eine Art Gratwanderung, vor allem, was die Basistherapie angeht. Sie verlangt vom Patienten – völlig zurecht und medizinisch gut begründet -, sich ausreichend zu bewegen, sich gesund zu ernähren und weitgehend Normalgewicht anzustreben. Die Insulintherapie ist im Vergleich kein so großer Einschnitt, wie viele Patienten glauben.

  • Die vermeintlich “schmerzliche Injektion” ist nach den ersten Erfahrungen kein Problem.
  • Der Umgang mit Insulin und Pens und Einheiten lässt sich in Schulungen erlernen.
  • Eine Insulintherapie ist eine “naturnähere” Behandlung als z.B. Sulfonylharnstoff-Tabletten.
  • Unterzuckerungen sind zwar eine reale Gefahr der Insulintherapie (aber auch von Sulfonylharnstoff-Tabletten), aber ein lösbares Problem: Die Nutzen-Risiko-Abwägung fällt ab einem bestimmten Zeitpunkt zugunsten der Insulintherapie aus.
  • Als Diabetiker ist man nicht stigmatisiert, sondern in guter Gesellschaft: “Millionen Leidensgenossen können nicht irren!”

Insulinanaloga

Deutscher Diabetikerbund fordert weitere Verordnungsfähigkeit langwirksamer Insulinanaloga

Der Bundesvorstand des Deutschen Diabetiker Bundes e.V. fordert nach wie vor vehement den Erhalt der Verordnungsfähigkeit langwirksamer Insulinanaloga bei Typ 2 Diabetes. Schätzungsweise acht Millionen Bundesbürger leiden an der Volkskrankheit Diabetes. Lediglich auf Kostenüberlegungen reduziert, zeichnet sich eine zunehmende Tendenz der gesetzlichen Krankenversicherer ab, die Versorgungsqualität einzudämmen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIQ) beauftragt, langwirksame Insulinanaloga auf Vorteile gegenüber dem Humaninsulin als Standardtherapie zu untersuchen. In Kürze soll im G-BA ein Beschluss darüber gefasst werden, ob diese wichtigen Medikamente für Typ 2 Diabetiker weiter verordnungsfähig bleiben oder nicht. Die IQWIQ-Bewertung, die der Beschlussfassung des G-BA als Vorlage dienen soll, ist in sich nicht schlüssig. Der Deutsche Diabetiker Bund e.V. rügt daher, dass im Bericht selbst von “positiven Effekten” gesprochen wird, die in der Reduktion von Hypoglykämien liegen. Im Fazit wird seitens des IQWIQ ein Nutzen jedoch in Abrede gestellt. Das macht den Bericht für uns im Ergebnis nicht verwertbar. Der Deutsche Diabetiker Bund e.V. wirft in diesem Zusammenhang den IQWIQ-Verantwortlichen Zynismus vor. Aus Sicht des Deutschen Diabetiker Bundes ist die Verordnungs-fähigkeit unbedingt zu erhalten, weil sowohl schwere, als auch nicht schwere Hypoglykämien reduziert werden können. Ein Außerachtlassen auch des Rückganges nicht schwerer Hypoglykämien als Nutzenaspekt verbietet sich. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes e.V., Dieter Möhler, hierzu: “Volle Hörsäle mit Betroffenen zum Thema Hypoglykämiewahrnehmung und die Diskussionen hierzu zeigen, dass häufige leichte Hypoglykämien vielfach in spätere schwere Hypoglykämien münden.”

Der Deutsche Diabetiker Bund e.V. fordert dementsprechend die Verordnungsfähigkeit für alle Fälle häufiger Hypoglykämien, unabhängig von deren Schweregrad. Dieter Möhler weiter: “Wer die Verordnungsfähigkeit beseitigt, gefährdet sehenden Auges den Patienten. Es ist allgemeine Auffassung auch in der Rechtsprechung, dass eine mit dem Beschluss notwendig werdende Therapieumstellung dem Patienten nicht zuzumuten ist, wenn diese mit gesundheitlichen Risiken verbunden wäre. Hierbei kommt es auf das konkrete Ausmaß der Risiken überhaupt nicht an.” Und weiter ergeht ein deutlicher Hinweis in Richtung zukünftiger Verordnungspraxis durch die Ärzteschaft: “Der ärztliche Sorgfaltsmaßstab bemisst sich nach den Maßstäben der Medizin. Insoweit ist eine Patientengefährdung nicht durch wirtschaftliche Aspekte zu legitimieren”.

Der Deutsche Diabetiker Bund e.V. teilt weiterhin mit, den Bundesvorsitzenden Dieter Möhler in den Gemeinsamen Bundesausschuss zur Frage der Verordnungsfähigkeit der langwirksamen Insulinanaloga entsendet zu haben. Er nimmt an den Erörterungen teil, allerdings nach gegenwärtiger Gesetzeslage ohne Stimmrecht.

Multifaktorielle Behandlung

Mehr Erfolg durch vielschichtige Diabetestherapie

Je breiter der Therapieansatz, desto mehr sinken die Folgerisiken des Diabetes. Ärzte sprechen von “multifaktorieller” Therapie

Viele Menschen mit Diabetes Typ 2 haben auch zu hohen Blutdruck und ungünstige Blutfettwerte. Darüber hinaus sind ihre Blutplättchen überaktiv, was die Blutgerinnung stört. Diese Konstellation steigert ihr Risiko für Organschäden und Herz-Kreislauferkrankungen beträchtlich. Eine Therapie, die diese weiteren Risikofaktoren neben dem Blutzucker berücksichtigt, senkt das Risiko von Folgeerkrankungen deutlich. Außerdem erhöht sich die Lebenserwartung dieser Patienten, bestätigen aktuelle Studien.

Folgerisiken des Diabetes glatt halbiert

“Eine an Zielwerten orientierte, multifaktorielle Therapie des Typ 2 Diabetes berücksichtigt alle vorhandenen Risikofaktoren. Dadurch können wir langfristig diabetische Folgeerkrankungen reduzieren und sowohl individuelles Leid als auch Kosten vermindern”, sagte Professor Dr. med. Stephan Matthaei vom Diabetes-Zentrum Quakenbrück bei der letzten wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Diuabetes-Gesellschaft. “Die zielwertorientierte Therapie kann und sollte von allen behandelnden Ärzten umgesetzt werden”, betonte der Diabetologe.

Dass sich solche intensiven Bemühungen lohnen, zeigte eine Langzeitstudie aus Dänemark. In der STENO-Studie wurden 160 Diabetiker zunächst acht Jahre lang entweder “normal” oder “intensiv” behandelt. In der Intensivgruppe machten die Ärzte strenge Zielvorgaben zu Blutzucker, insbesondere auch zu Blutdruck- und Blutfettwerten sowie zur Ernährung und körperlichen Aktivität. Nach acht Jahren hatten die intensiv betreuten Patienten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und für Folgeschäden an Auge, Niere und Nerven glatt halbiert (vgl. Kasten).

Sterberisiko um 20 Prozent gesenkt …

Kürzlich wurde die Studie erneut ausgewertet. “Die aktuelle Analyse der Daten nach 13,3 Jahren Studiendauer belegt, dass die Sterblichkeit in der intensiviert behandelten Gruppe um absolut 20 Prozent abnahm”, erläutert Professor Matthaei. “Eine multifaktorielle Therapie ist der herkömmlichen weit überlegen”, folgert Professor Matthaei. Ärzte könnten mit dieser umfassenden Behandlung die Lebensqualität ihrer Patienten deutlich verbessern.

… und Kostenlawine gebremst

Aber auch die gesellschaftlichen Kosten des Diabetes würden langfristig durch Vermeidung der teuren Folgeerkrankungen sinken. Zurzeit betragen die Gesamtkosten des Typ 2 Diabetes in Deutschland etwa 25 Milliarden Euro pro Jahr. “Die Kosten für das Gesundheitssystem werden noch weiter ansteigen, wenn wir unsere Patienten mit Typ 2 Diabetes nicht zielwertorientiert und multifaktoriell behandeln”, meinte Matthaei. Denn nach Einschätzungen der WHO nimmt die Zahl der Typ 2 Diabetes-Patienten in den nächsten Jahren weiter zu, von aktuell 240 Millionen auf 380 Millionen Patienten im Jahr 2025.

Insgesamt 160 Patienten mit Diabetes Typ 2 wurden in zwei Gruppen entweder konventionell vom Hausarzt oder intensiv multifaktoriell durch ein multidisziplinäres Team in einem Zentrum behandelt. In der vom Steno Diabetes Zentrum in Kopenhagen durchgeführten Studie wurden 80 Patienten, durchschnittlich 55 Jahre alt, während acht Jahren entweder leitliniengemäß mit Fokus auf den Blutzucker behandelt, oder sie erhielten eine Intensivtherapie, die außerdem auf die Behandlung von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Mikroalbuminurie (Nierenfunktionsstörung) und die Vorbeugung von Infarktereignissen zielte. Dazu wurden neben Antidiabetika ACE-Hemmer, Statine, Aspirin und verschiedene Vitamine verordnet. Die Abnahme von glykoysliertem Hämoglobin (HbA1c), systolischem und diastolischem Blutdruck, Colesterol- und Triglyzeridspiegeln und Eiweißausscheidung der Niere – also aller sekundären Endpunkte -, war in der Intensivtherapie signifikant größer als bei konventioneller Behandlung. Die intensiv Behandelten hatten ein niedrigeres Risiko für kardiovaskuläre/Herz-Kreislauf-Erkrankung (HR = 0,47), Nephropathie (0,39), Retinopathie (0,42) und Neuropathie (0,37). Das Anstreben niedrigerer HbA1c-Werte und die Behandlung weitererer Risikokrankheiten senkte Herzinfarkte und Schlaganfälle über einen Zeitraum von acht Jahren um 44 Prozent im Vergleich zu 24% in der normal behandelten Gruppe.

Gaede P. et al., N Engl J Med 2003;348:383-393

Forschung

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Prof. Wieland Kiess

Dick durch Gene

Unter 500.000 Genvarianten den Dickmachern auf der Spur

Wissenschaftler der Universität Leipzig haben gemeinsam mit europäischen Kollegen die Klärung der Funktion von Genen im Bezug auf das Dick-Sein vorangebracht. “Zusammen mit Forschern vor allem aus Lille und London haben wir fast 500.000 Genvarianten des menschlichen Erbgutes betrachtet und untersucht, welche Gene sich bei den dicken Menschen gleichen und wo sie sich von Schlanken unterscheiden”, erklärt Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig.

Über erste Ergebnisse berichtete jetzt die international renommierte Fachzeitschrift “Nature Genetics”. Was Kiess sowie seine Kollegen Dr. Antje Körner von der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche und Dr. Peter Kovacs vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) sehr stolz macht: Es ist bereits das 3. Mal, dass das hoch angesehene Blatt die Forschungen des internationalen Konsortiums mit einer Veröffentlichung geadelt hat.

Neue Wege gegangen

In der jüngsten Untersuchungsreihe haben die Wissenschaftler einen neuen Weg eingeschlagen. “Bislang haben wir immer ein Gen untersucht, von dem wir annahmen, dass es für frühkindliches Übergewicht und massive Fettleibigkeit bei Erwachsenen verantwortlich sein könnte”, erläutert Kiess. So hatte das internationale Konsortium bereits vor einiger Zeit festgestellt, dass eine Veränderung des so genannten FTO-Gens für etwa 22 Prozent der genetisch bedingten Übergewichts- und Adipositasfälle verantwortlich ist. Schon in diesem Zusammenhang lag die Folgerung nahe, dass im genetischen Netzwerk weitere veränderte Gene die Ausbildung von Übergewicht maßgeblich beeinflussen müssten. Die neuen Untersuchungen setzten genau an dieser Stelle an: Jeweils ca. 500.000 Genvarianten des Erbgutes der rund 15.000 Probanden wurden miteinander verglichen.

Menschenvergleich

Ein Computer berechnete dabei, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich zwei Menschen gleichen. “Erwartet wird in der Regel ein Unterschied von ca. 0,2 Prozent”, so Kiess. Die Forscher stießen jedoch bei einzelnen Genvarianten teilweise auf sehr viel größere Unterschiede, wenn sie die Gene von Dicken und Schlanken miteinander verglichen. Dazu nutzten sie ein Analysegerät im französischen Lille, mit dem die menschliche Erbbotschaft als Muster dargestellt werden kann. Die aus den vorliegenden Proben hervorgegangenen Muster stellten sie schließlich nebeneinander und verglichen sie. Dabei waren und sind vor allem die Daten von Kindern, zu denen die Leipziger Forschergruppe wesentlich beigetragen hatte, für die Wissenschaftler hoch interessant! “Bei dicken Kindern schlägt die genetische Komponente stärker zu Buche als bei fettleibigen Erwachsenen, bei denen sich die Einflüsse in Richtung Essgewohnheiten und Alltagsverhalten verschieben”, berichtet Kiess. Die Ergebnisse der Untersuchungen und die daraus resultierenden stabilen Datensätze sind laut Kiess “Grundlage für eine Riesenwelle von Arbeit”. Denn nachdem nun weitere Gene abgegrenzt wurden, die einer genaueren Betrachtung unterzogen werden müssen, kann die Forschung in Richtung polygene Erkrankungen weitergehen. Für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Leipzig ergeben sich dadurch hervorragende Perspektiven: “Die Mannschaft in Leipzig macht gute Arbeit und das ist vor allem der tollen Zusammenarbeit der Mediziner hier am Universitätsklinikum, aber auch den Wissenschaftlern am Herzzentrum, den Biochemikern, den Bioinformatikern und vielen anderen zu verdanken, mit denen wir kooperieren”, unterstreicht der Klinikdirektor.

Es habe sich erneut gezeigt, dass es richtig gewesen sei, auch im Zusammenspiel mit der Stadt die Kinder in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. In der weiteren Zusammenarbeit mit den Kollegen auf europäischer und internationaler Ebene sei absehbar, dass die Universität Leipzig ihren Spitzenplatz in der Adipositasforschung festigen und weiter ausbauen wird.

Risikofaktor Übergewicht

Die Deutschlandkarte der Dicken

Beim Übergewicht gibt es ein Gefälle von Nordost nach Südwest. Ausnahmen bilden die Stadtstaaten.

Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 25 weist nahezu jede/r zweite Deutsche auf. Jede/r vierte hat sogar eine Adipositas mit einem BMI von 30 oder mehr. Das bestätigen Daten des “German Metabolic and Cardiovascular Risk Project”, einer repräsentativen Querschnittsstudie mit nahezu 36000 Hausarztpatienten. Noch kritischer als einen überhöhten BMI beurteilen Ernährungsexperten heute einen dicken Bauch, der auf eine Zunahme des Eingeweidefettes hinweist. Problematisch wird es bei einem Taillenumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und mehr als 88 Zentimetern bei Frauen. Diese »Stammfettsucht« liegt schon bei fast 40 Prozent aller Patienten in deutschen Wartezimmern vor. Sie geht besonders häufig mit Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.

Regionales Nord-Süd-Gefälle

Um regionale Betreuungsprogramme durch Ärzte zu organisieren, wurden die Studiendaten nach Bundesländern ausgewertet. Dabei zeigte sich: Die Pfunde sind in der Republik sehr ungleich verteilt. Tendenziell steigt das Körpergewicht von Südwest nach Nordost. Ausnahmen bilden wie “Inseln” die Stadtstaaten. Mit fast 40 Prozent der Bevölkerung leben die meisten Übergewichtigen in Thüringen. Berliner überschreiten die BMI-Grenze von 25 “nur” zu 31 Prozent. Die meisten Fettleibigen finden sich mit 28,3 Prozent in Sachsen-Anhalt. In Bremen haben sie nur einen Anteil von knapp 20 Prozent an der Bevölkerung. Das regionale Gefälle besteht auch beim Taillenumfang. Extreme Werte fanden die Forscher mit 42,1 Prozent am häufigsten in Sachsen-Anhalt, am seltensten in Hamburg mit 30,5 Prozent. In allen Bundesländern haben Frauen häufiger Gewichtsprobleme als Männer.

Vermeidbarer Risikofaktor Nummer 1

“Übergewicht und Fettleibigkeit zählen zu den wichtigsten vermeidbaren und vorzubeugenden medizinischen Problemen der Gegenwart”, kommentiert diese Zahlen Professor Dr. med. Hans Hauner vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin der TU München. Menschen mit Übergewicht riskieren Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen oder Schlaganfall. Etwa die Hälfte aller Neudiagnosen eines Typ-2-Diabetes stellen Ärzte bei Menschen mit einem BMI über 30. Fast ein Fünftel der Patienten hat bei Diagnose sogar einen BMI von über 35. Fettleibige bedürften deshalb medizinischer Behandlung.

Neue Wirkstoffe gesucht

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Prof. Dr. Hannelore Daniel vom Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie in ihrem Labor am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München (Bild: TUM)

Suche nach neuen Wirkstoffen – Ziel: Zuckeraufnahme im Darm hemmen

Neue Wege bei der Diabetes-Prävention

Ernährungsforscher, Gesundheitspolitiker und Mediziner haben ein gemeinsames gesundheitspolitisches Ziel: Sie wollen die beiden Geißeln der Zivilisationsgesellschaft – Übergewicht und Diabetes – eindämmen. Am Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der TU München (TUM) startete ein Forschungsprojekt, das neue Wege zur Vorbeugung von Diabetes finden soll. Dieses Projekt zur Entdeckung neuer Präventionsmöglichkeiten wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen seiner Projekte zur Biomedizinischen Ernährungsforschung 3 Jahre lang mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gefördert.

Der Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Technischen Universität München unter Leitung von Frau Prof. Hannelore Daniel geht gemeinsam mit Kollegen anderer Forschungseinrichtungen und Biotech-Firmen der Frage nach, welche physiologischen Möglichkeiten es gibt, um die Blutzuckerregulation zu stabilisieren. Die neue Fragestellung lautet: Gibt es außer der Veränderung des Ernährungsverhaltens auch noch andere Präventionsstrategien, um die Zuckerkrankheit zu vermeiden? Deshalb untersuchen die Forscher die Wirkung von Nahrungsinhaltsstoffen auf die Zucker-Transporter in den Darmzellen. Ließe sich ein Wirkstoff finden, der die Aufnahme von Glukose durch die molekular gut charakterisierten Glukosetransporter hemmt, hätte man ein (vom Ernährungsverhalten unabhängiges) Mittel gegen die gefährlichen überschießenden Blutzuckeranstiege gefunden, die aus dem Konsum von Lebensmitteln mit rasch verfügbaren Zuckern herrühren. Die mit diesem neuen Präventionsmittel vermeidbaren Schwankungen tragen langfristig zum Entstehen von Diabetes bei. Der schwankende Glukosetransport im Darm stört das empfindliche Blutzuckergleichgewicht, macht in der Folge Körperzellen unempfindlich gegenüber Insulin und fördert so den Niedergang der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

In einer Partnerschaft mit der Firma Bioactive Foods unter Leitung von Dr. Hennig Vollert, Prof. Wolfgang Blaschek vom Pharmazeutischen Institut der Universität Kiel sowie dem Max-Planck-Institut für Biophysik und der Firma IonGate Biosciences in Frankfurt werden geeignete Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse isoliert und charakterisiert. Die Wechselwirkung der Substanzen mit den Glukosetransportern wird in einer ersten Stufe mit einer Reihe von Screening-Systemen untersucht. In den weiteren Entwicklungsstufen sollen so identifizierte, potente Naturstoffe dann an Versuchspersonen auf die Blutzuckerverläufe nach Glukosebelastungen und auf ihre Verträglichkeit geprüft werden.

Wenn das Forschungsprojekt erfolgreich abgeschlossen ist, soll eine industrielle Umsetzung folgen, so Prof. Daniel von der TUM: “Unser langfristiges Ziel ist es, Nahrungsmittel zu entwickeln, die die Verwertung von Zucker aus der Nahrung verringern und damit der Entwicklung von Übergewicht und Diabetes entgegnen können.”

Oxidativer Stress

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Natürliche Antioxidantien schützen vor Diabetes

Mangostan-Institut untersucht Prozess der Zuckerkrankheit

Viele chronische Erkrankungen wie auch Diabetes gehen mit einer anhaltenden Massenproduktion freier Radikale einher. Fehlen die passgerechten Antioxidantien, kann das Immunsystem nur mangelhaft auf die Schädigungen durch freie Radikale reagieren. Das Institut für Mangostan & natürliche Antioxidantien hat das Zusammenspiel von Antioxidantien und Diabetes mellitus unter die Lupe genommen und erklärt, wie man das Krankheitsbild mindern kann.

Oxidativer Stress beschleunigt Diabetes

Die Überfrachtung des Körpers mit freien Radikalen, genannt Oxidativer Stress, gehört zu den gefährlichsten Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Freie Radikale entstehen zwangsläufig im Stoffwechsel und durch zusätzliche Verursacher wie falsche Ernährung, Schadstoffe, Strahlungen, UV-Licht, emotionale Belastungen, Stress und Schlafdefizite. Oxidativer Stress schädigt die Zellen, das Gewebe sowie die Organe und ruft somit u. a. Krankheiten wie Diabetes mellitus, Herz-, Kreis- und Krebserkrankungen hervor und verstärkt diese.

Um dies zu verhindern, muss man dem Körper ausreichend Antioxidantien (Radikalfänger) hinzufügen, die als Gegenspieler zellschädigender und krankheitsfördernder freier Radikale gelten. “Diese Zugabe ist besonders bei Diabeteserkrankungen ratsam, denn man weiß heute, dass bei einer diabetischen Stoffwechsellage jeder Blutzuckeranstieg zu einem drastischen Anstieg von freien Radikalen in den Zellen führt”, so Dr. Regina Huber, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Leiterin des Instituts. “Sind nicht genügend Antioxidantien im Körper vorhanden, wird die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüsen – ein zentraler Faktor der Diabeteserkrankung – beschleunigt.” Antioxidantien schützen die insulinproduzierenden Zellen vor der Zerstörung und können darüber hinaus das Insulin vor der Oxidation durch freie Radikale bewahren und somit die Stabilität des lebenswichtigen Hormons gewährleisten. Eine verbesserte Insulinwirkung hat zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel sinkt und gleichzeitig die Neuzuckerproduktion in der Leber drosselt.

Antioxidantien wirken gegen Entzündungen

Eine Folge von Diabetes sind vielfach Entzündungen. Diese begünstigen zwangsläufig ein chronisches Übermaß an zellschädigenden freien Radikalen, die wiederum die Entzündungsprozesse fördern. Xanthone besitzen entzündungshemmende Fähigkeiten und sind somit in der Lage, die fetthaltigen und deshalb besonders empfindlichen Nervenzellstrukturen vor Radikalschädigungen und Entzündungen zu bewahren. Zu messen ist der entzündungshemmende Einfluss von Antioxidantien beispielsweise am reduzierten Blutsenkungswert. Die meisten Xanthone enthält die Mangostanfrucht aus Südostasien, die nun auch in Europa in einigen Nahrungsergänzungsmitteln in Kombination mit weiteren antioxidantien- und bioaktivstoffreichen Pflanzenstoffen enthalten ist. “Bei diesen Produkten sollte man allerdings darauf achten, dass sie weder Zucker- bzw. Süßstoffzusätze noch synthetische Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe beinhalten”, so Dr. Huber abschließend.

Im Folgenden finden Sie Äußerungen von Diabetikern, die mangostanhaltige Produkte einnehmen:

Markus Schrätzlmayer, Typ-I-Diabetiker: Seit ich ein mangostanhaltiges Getränk einnehme, fühle ich mich allgemein wesentlich besser. Das Produkt beeinflusst meine Gesundheit im Hinblick auf den Diabetes sehr positiv, mein HbA1c-Wert hat sich nach nur 4 Wochen der Einnahme von 7,5 auf 6,2 verbessert. Die Blutzuckerwerte schwankten vorher in der Größenordnung 70 bis 140. Dank des mangostanhaltigen Nahrungsergänzungsmittels stabilisierten sich die Werte auf 80 bis 120. Meine Insulindosis hat sich seither erheblich von 20 Einheiten auf 3 bis 5 Einheiten reduziert. Außerdem hatte ich auch Bluthochdruck (145/90) und musste jeden Tag RAMIPRIL einnehmen. Seit ich das Getränk mit den Inhaltsstoffen der Mangostanfrucht zu mir nehme, hat sich mein Blutdruck auf 120/70 normalisiert. Unter Kontrolle meines Arztes konnte ich das Medikament RAMIPRIL ganz absetzen. Mit diesen Erfahrungen werde ich mangostanhaltige Produkte weiter einnehmen und beobachten, was in der Zukunft noch alles passiert. Ich bin jetzt überzeugt, dass jeder von mangostanhaltigen Nahrungsmitteln profitieren kann. Noch dazu, wo diese Produkte so lecker wie gute Säfte schmecken. “Naturmedizin” muss also gar nicht bitter schmecken.

Da ich ständig müde und durstig war, habe ich einen Diabetestest durchgeführt. Dieser ergab einen Wert von über 21. Als auch mein Arzt bestätigte, dass ich Diabetes habe, war ich erst einmal erschrocken. Da meine Eltern auch Diabetiker waren, wusste ich sofort über die Folgen der Krankheit Bescheid. Vor den Spritzen hatte ich die größte Angst. Im Laufe der Zeit haben sich meine Werte verschlechtert. Vom Arzt wurde mir empfohlen, meine Gewohnheiten beim Essen voll umzustellen. Fettarmes Essen, keine Milchprodukte, keinen Kuchen (was für mich am schlimmsten war), keine Süßigkeiten, viel Gemüse u.a. Da die Umstellung nicht so richtig klappte, wurden mir Tabletten verschrieben (Siufor). Diese musste ich jeweils morgens und abends bis zum heutigen Zeitpunkt einnehmen. Auch nach der Einnahme der Tabletten verbesserten sich meine Werte nicht. Vor allem waren meine Werte sehr schwankend. Diese lagen morgens zwischen 6,5 bis 8,9 und darüber. Im September 2008 habe ich dann angefangen, mir jeweils morgens und abends vor dem Essen Baiietta zu spritzen. Die Spritzen sollten den Abbau meines Insulins und andererseits eine Gewichtsreduzierung bewirken. Hier waren dann auch die ersten Erfolge zu verzeichnen.

Ein mangostanhaltiges Getränk hat in Hinblick auf meinen Diabetes eine positive Wirkung ausgelöst. Das heißt, insbesondere mein Langzeitwert hat sich verbessert. Er liegt jetzt bei 6,7. Meine Blutwerte haben sich enorm verbessert. Meine Belastbarkeit ist besser geworden. Des Weiteren habe ich bis heute ca. 20 kg abgenommen. Auch meine Lebensqualität ist insgesamt besser geworden. Ich muss aber erwähnen, dass mein Diabetes nicht mein Hauptproblem war und ist. Meine größten Ängste sind bis heute noch meine Krebserkrankungen (Hodentumore und Ohrspeicheldrüse). Deshalb war bei mir die größte Freude, dass meine Blutwerte seit der Einnahme von mangostanhaltigen Produkten bestens geworden sind. Nahrungsergänzungsmittel, die Mangostan enthalten, würde ich jederzeit weiterempfehlen – aber nicht nur für Diabetiker. Allen kleinen und großen Diabetikern möchte ich mit auf den Weg geben, dass man mit Diabetes leben und alt werden kann.

Heinrich Friedrich, Typ-II-Diabetiker

Seit 1990 leide ich an Diabetes. Im Moment der Diagnose war ich etwas verwirrt und auch ziemlich schockiert. Doch im Laufe der Zeit habe ich speziell auch durch den DDB und die Selbsthilfegruppe gelernt, bestens mit der Krankheit zu leben, d. h. sie für mich anzunehmen. Bei Ausbruch des Diabetes hatte ich innerhalb von 4 Wochen einen Gewichtsverlust von ca. 18 kg. Zudem hatte ich starken Durst, vermehrte Wasserausscheidung sowie extreme Müdigkeit und Schlappheit. Der Hausarzt stellte mich zunächst auf Tabletten (Euglucon) ein. Doch auf Dauer war eine gute Einstellung mit Tabletten nicht zu erreichen, deshalb ging ich auf eigenen Wunsch in die Diabetesklinik nach Bad Nauheim. Hier wurde sofort auf Insulin umgestellt, was ich auch niemals bereut habe, denn die befürchteten Folgeerkrankungen sind bisher nicht aufgetreten. Nach einem Test mit einem mangostanhaltigen Getränk über einen Zeitraum von vier Wochen verbesserte sich mein HBA1 c um fast 1 Prozent. Einmal monatlich organisiere ich als Leiter einer Selbsthilfegruppe ein Treffen mit durchschnittlich 35 bis 40 Teilnehmern. Als Themen werden Diagnostik, Therapien, Stoffwechselentgleisungen, Folgeerkrankungen, Ernährung/Bewegung, Krankheitsmanagement und Krankheitsverlauf bei Diabetes behandelt. Ich denke, dass ich wegen meiner Krankheit nie bemitleidet, sondern eher bewundert wurde, wie gut ich sie angenommen habe und mit ihr umgehen kann. Ich möchte allen Diabetikern zu mehr Wissen und Verantwortung für sich selbst verhelfen.

Weitere Informationen zum Institut für Mangostan ” natürliche Antioxidantien finden Sie unter www.mangostan-institut.com.

Über das unabhängige Institut für Mangostan & natürliche Antioxidantien

Das Institut mit Sitz in Untrasried im Allgäu ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation mit dem Anspruch, neue Gesundheitstrends aufzuspüren und der deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter der Leitung von Frau Dr. med. Regina Huber, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hat es sich das Institut zur Aufgabe gemacht, sowohl die Mangostan- als auch die antioxidative Forschung zu analysieren und auszuwerten. Daneben stellt das Institut Erfahrungsberichte zusammen, wertet diese aus und veröffentlicht sie. In eigenen Publikationen stellen die Mitarbeiter zudem antioxidantische Wirkungen vor.

Insulinpumpen sinnvoll bei Diabetes Typ 1 einsetzen

Hohe Blutzuckerwerte oder gefährliche Unterzuckerungen vermeiden

Insulinpumpen sinnvoll bei Diabetes Typ 1 einsetzen

Berlin – Viele Menschen mit Diabetes Typ 1, deren Stoffwechsel sich mit der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) nicht ausreichend einstellen lässt, profitieren von den Vorteilen einer Insulinpumpe. Vor dem Erhalt einer solchen Insulinpumpe, muss der Krankenkasse der bisherige Verlauf der Diabetes-Erkrankung und -Therapie jedoch umfangreich dokumentiert werden. Erst dann wird eine Insulinpumpe von der Krankenkasse genehmigt, oft sind aber Formfehler der Grund, weshalb Pumpen nicht genehmigt werden. Dass Ärzte diese Pumpen für sinnvoll halten wird hierbei nicht berücksichtigt. DiabetesDE und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) raten daher Patienten, Eltern und Ärzten, die Anträge sehr sorgfältig und umfassend auszufüllen. Mehr zum Erhalt und Beantragung der Pumpe ist als Schwerpunktthema in der Fachzeitschrift “Der Diabetologe” zu finden.

Treten trotz aller Anstrengungen bei den Patienten hohe Langzeitblutzuckerwerte sowie häufiger Unterzucker oder das Dawn-Phänomen ( hohe Blutzuckerwerte am frühen Morgen ) auf, sollte sich der Arzt für eine Insulinpumpentherapie entscheiden. Langfristigen Schäden und auch kurzfristigen lebensgefährlichen Normabweichungen kann dadurch sinnvoll vorgebeugt werden. Die Verordnung einer Insulinpumpe wird vorab vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen ( MDK ) geprüft. Wie bereits angesprochen kann jedoch aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands der kleinste Formfehler zu einer Ablehnung des Antrags führen.

Eine Insulinpumpentherapie ist rechtlich nur dann von der Krankenkasse finanzierbar, wenn der Stoffwechsel mit der ICT unter Ausschöpfung aller therapeutischen Möglichkeiten nicht ausreichend einstellbar ist. Der MDK erstellt anhand genauer ärztlicher Dokumentationen der Erkrankung und der medizinischen bereits angewandten Maßnahmen ein umfassendes Gutachten. Auch der Patient muss seine Bemühungen, den Blutzucker durch eine ICT kontrolliert zu haben durch ein zwölf Wochen geführtes Blutzuckertagebuch nachweisen können. Ein Blutzuckertagebuch enthält Informationen über, enthält täglich gemessene Blutzuckerwerte, Insulindosis, durch die Nahrung aufgenommene Brot- oder Kohlenhydrateinheiten, sportliche und besondere körperliche Aktivitäten sowie akute Erkrankungen.

Wird der Antrag vom MDK genehmigt, erhält der Patient zunächst probeweise eine Insulinpumpe für die Dauer von 4 Monaten. Eine ICT für den Erhalt einer Insulinpumpe ist im Säuglings- und Kleinkindalter nicht notwendig. Ein Nachweis über die Motivation und den Umgang mit der Insulintherapie der Eltern sowie die Dokumentation der bisherigen Therapie ist bei älteren Kinder erforderlich. Neben der Dokumentation der bisherigen Therapiemethoden ist es wichtig die Notwendigkeit sowie die Fragebögen des MDK bei allen Anträgen sorgfältig auszufüllen! Eine Insulinpumpe ist derzeit überwiegend nur für Patienten mit Diabetes Typ 1 vorgesehen.

Diabetischer Fuß

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Dagmar Gail

Versorgungswirklichkeit

“Alle halbe Jahre ins Gefäßzentrum!”

Der diabetische Fuß führt noch immer zehntausende Mal im Jahr zur Amputation. Was kann man tun, davor und danach? Wir sprachen mit Dagmar Gail, der Vorsitzenden der Amputierten-Initiative e.V., dem Bundesverband für Arm- und Beinamputierte/Gefäßkranke.

Diabetes>News Zeitung: Sie haben am 18. Januar 1991, ziemlich genau vor 18 Jahren, eine Selbsthilfe-Gruppe für Amputierte gegründet. Wie viele der Menschen, die sich an Sie wenden, sind Diabetiker?

Dagmar Gail: Das kann ich prozentual nicht sagen, weil die Diabetiker überwiegend gleichzeitig PAVK- krank sind. Die nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes verweist auf die arterielle Minderdurchblutung als Hauptrisikofaktor für die Majoramputation der Beine.

Diabetes>News Zeitung: Ein gutes Jahr vor der Gründung der Amputierten-Initiative wurde die unter Diabetologen bekannte St. Vinzenz-Deklaration zur Verhinderung schwerer Folgeschäden des Diabetes verabschiedet. Gerade in Bezug auf Amputationen gab es ein ehrgeiziges Ziel, die Reduktion um 50% in 5 Jahren. Was hat sich seitdem getan?

Dagmar Gail: Nicht nur von mir, auch von allen Gefäßchirurgen, Angiologen und Orthopäden hören Sie, dass eigentlich nicht viel Gutes zu berichten ist. Es hat sich nicht viel verbessert, im Gegenteil. Ich denke, der Hauptaspekt ist, dass die Menschen zu wenig informiert sind. Wir als Initiative klären überall auf und weisen darauf hin, was Gefährdete alles präventiv unternehmen sollten, damit sich ein Zustand nicht verschlechtert, sondern wenigstens stagniert. Unsere Erkrankung geht weiter, aber man kann erfreulicherweise immerhin das Tempo aufhalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Betroffenen die einzige dafür von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft zugelassene Infusion auch bekommen. Denn diese vasoaktiven Substanzen verbessern eben unsere Gefäßsituation!

Diabetes>News Zeitung:Unter dem Stichwort Fußnetze haben sich aber doch in den letzten Jahren Partner der verschiedenen Gesundheitsberufe zusammengetan, um eine bessere Versorgung beim diabetischen Fuß sicherzustellen. Ist das ein Tropfen auf den heißen Stein oder eine Trendwende?

Dagmar Gail: Ich möchte nicht unhöflich sein, aber für mich ist es ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich finde es auch eine tolle Sache, dass die Podologen inzwischen in Deutschland tätig sein können. Als das Podologengesetz noch nicht einmal herausgekommen war, habe ich mich schon flammend dafür eingesetzt, dass Gefäßkranke zum Podologen geschickt werden sollten. Allerdings nicht nur Diabetiker, sondern auch PAVK-Kranke ohne Diabetes, dort ist eine Verletzung an den Zehen genauso schlimm. Für die PAVK-Kranken wird die Behandlung aber leider von den Krankenkassen noch nicht bezahlt.

Es müsste aber noch viel mehr getan werden. Das Wichtigste ist eine gute Diagnostik. Allen meinen Mitgliedern, egal ob Diabetiker oder PAVK-krank, sage ich: “Alle halbe Jahr müssen Sie ambulant in ein Gefäßzentrum und Ihren Gefäßstatus feststellen lassen!” Das können Sie mit dem Knöchel-Arm-Index, dem ABI, machen, wenn dieser unter 0,9 geht, muss man Obacht geben, eventuell sollte eine Ultraschall- oder tcpO2-Untersuchung durchgeführt werden, damit die Durchblutung auf der Haut gemessen werden kann. Dann kann auch schnell gehandelt werden!

Wenn Sie zum Beispiel eine zwei Zentimeter lange Stenose im Oberschenkel haben, in der Arteria femoralis superficialis, und Sie erkennen diese nach einem halben Jahr, die Arterie ist nur zu 80 Prozent zu, dann können Sie sofort dilatieren. Sonst stellen Sie diese vielleicht erst fest, wenn starke Schmerzen zu spüren sind oder bereits ein Beininfarkt eingetreten ist. Ich habe es mehrfach erlebt in den vergangenen Jahren, dass in dem Augenblick, in dem Wunden entstehen, die Menschen zu den Wundkompetenzzentren gehen und dort in jeder Woche einmal zur Behandlung kommen. Da wird die Wunde gesäubert, neu verbunden, zusammen mit einer Schmerztherapie und dem Hinweis, in der nächsten Woche wiederzukommen – das halte ich nur partiell für den richtigen Weg. Wenn wir offene Wunden nur äußerlich behandeln, versäumen wir zu fragen, warum es zur Öffnung der Haut gekommen ist. Oft wird keine Angiografie durchgeführt, ich halte es für dringend notwendig, dass alle Gefäßpatienten, und dazu gehören auch die Diabetiker, sich ausschließlich in ein Gefäßzentrum begeben, entweder ambulant oder stationär. Denn in den Leitlinien steht ja zu Recht: Die Amputationen entstehen letztendlich aufgrund von Durchblutungsstörungen. Wir hatten zum Beispiel im Dezember 2006 den Fall einer Frau, einer Diabetikerin, die nicht in einem Gefäßzentrum behandelt wurde und der eine Zehe abgenommen werden sollte; es wurde keine Infusion und keine Angiografie durchgeführt. Wir haben sie rausgeholt, was nicht ganz einfach war, aber die Frau läuft heute noch mit allen Zehen herum! Und das sind Fälle, die wir eigentlich an jedem Tag antreffen.

Diabetes>News Zeitung:Obwohl die Vermeidung der Amputation ja als Ziel allgemein anerkannt ist.

Dagmar Gail: Ja, das sagen sie alle. Ich sehe am Ergebnis, dass das nicht so korrekt durchgeführt wird, sonst könnten wir nicht so viele Menschen davor bewahren. Ich sehe manchmal, dass die Diabetiker nicht mit der notwendigen Schärfe informiert werden. Nur ein umfassend informierter Patient kann selber dazu beitragen, sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Da fehlt manchmal die Aufklärung, dass eine Amputation in Betracht gezogen werden muss, wenn nicht die Risikofaktoren wirklich gut eingestellt sind. Manche Menschen wissen gar nicht, an welcher gefährlichen Krankheit sie leiden, und sie wissen auch nicht, welche Möglichkeiten sie selbst haben, Amputation, Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und Nierenschäden bis hin zur Dialyse zu verhindern.

Diabetes>News Zeitung: Wenn Prävention und Interventionen zur Rettung von Fuß oder Bein vergebens waren, wie sieht es mit der Betreuung der Amputierten aus? Was funktioniert, was liegt im Argen?

Dagmar Gail: Der Arzt interessiert sich ja zurecht dafür, ob nach der Amputation eine gute Wundheilung vonstatten geht. Damit wird auf die psychischen Belange aber nicht eingegangen, man muss das ja alles erst einmal verarbeiten. Eine Amputation ist ein irreversibler Verlust eines Körperteiles und ein Verlust der körperlichen Integrität. Man weiß nicht, wie es weitergeht, nach der Amputation beginnen die Probleme ja erst. Man glaubt, von den Schmerzen befreit zu sein, doch die Schmerzen sind furchtbar! Die noch schmerzvolleren Augenblicke kommen aber, wenn man sich anguckt und sagt: “Ich bin kein vollständiger Mensch mehr.” Wie sehen einen Ehepartner, Freunde, Verwandte und Kollegen? Wie geht es wirtschaftlich weiter, kann ich überhaupt in dem Zustand noch arbeiten? Eine Amputation ist ein unglaublicher Eingriff in das Leben eines Menschen. Eigentlich müsste den Betroffenen von Anfang an, wenn sie es wünschen, ein Psychologe zur Seite stehen, weil man eigentlich erst mal fassungslos ist. Leider denken viele Menschen: “Ach, eine Amputation ist ja nicht so schlimm, es gibt ja heutzutage schöne Prothesen.” Doch gilt zu bedenken, dass es gefäßgesunde und gefäßkranke Amputierte gibt, und die gefäßkranken überwiegen in unserer Gesellschaft, das sind rund 90 Prozent. Die Gefäßgesunden können wenigstens problemlos laufen und können teilweise auch gottlob an Paralympics teilnehmen. Wir haben auch großen Respekt, dass die Athleten die Kraft aufbringen, regelmäßig zu trainieren. Aber ehrlich gesagt, ein wenig verfälschen sie das Bild in der Öffentlichkeit und den anderen, 90 Prozent, wird häufig vorgeworfen: “Das könntet Ihr eigentlich auch!”

Diabetes>News Zeitung: Was können Sie als Initiative da tun?

Dagmar Gail: Ich sage jedem einzelnen: Wir müssen Mut fassen! Wir sind amputiert, aber wir haben keinen Grund, Minderwertigkeitskomplexe zu entwickeln. Wir haben unser Bein verloren, aber nicht unseren Kopf und unser Herz! Es gilt, die Akzeptanz der Amputation zu bejahen, um die gewaltige Erschütterung in eine neue, uns bisher nicht bekannte Lebensqualität umzuwandeln. Für einen Amputierten, der langsamer geworden ist, für den eröffnet sich eine neue Welt. Nie aufgeben! Wir beraten die Menschen am Telefon, auch schriftlich, wir gehen in die Krankenhäuser. Wir binden auch die Angehörigen mit ein und treffen uns einmal im Monat und unternehmen auch vieles gemeinsam. Viele Menschen denken auch, sie wären die einzigen, die amputiert worden sind. Nein, wir sind viele! Wenn wir sehen, dass wir mindestens 60.000 Majoramputationen im Jahr haben, leider, dann sind wir zu viele.

Diabetes>News Zeitung: Gibt es neben solchen mehr ideellen Dingen auch auf der eher bürokratischen Seite Hilfsbedarf, Stichwort Krankenkassen?

Dagmar Gail: Ja, wir müssen uns herumschlagen mit manchen Bürokraten, mit einigen Mitarbeitern vom Medizinischen Dienst. Da gibt es manchmal wirklich despektierliche Aussagen. Wir müssen zum Beispiel kämpfen, um eine Pflegestufe für eine 45-Jährige, die beide Oberschenkel verloren hat und im Rollstuhl sitzt. Der MDK meinte, sie brauche keine Treppenhilfe. Ich appelliere an alle Verantwortlichen in diesem Land, dass sie die amputierten Menschen respektieren sollten und ihnen nicht noch zusätzliches Leid bereiten. Unsere Gefäßerkrankung steht im Schatten, wir kennen den Hirninfarkt, wir kennen den Herzinfarkt, aber bei den Becken-Bein-Arterien sagen wir “gestörte Durchblutung”, nicht Beininfarkt – das ist ja verharmlosend!

Es ist eine heimtückische Erkrankung! Die renommierte angiologische Dozentin Dr. Espinola-Klein weist zurecht darauf hin, dass auch bei der PAVK 112 gewählt werden sollte. Die Erkrankung wird unterschätzt und bagatellisiert. Ich denke, das trägt auch dazu bei, dass die Zahl der Amputationen so hoch ist. Wir haben zu wenig Akzeptanz in der Gesellschaft. Und wenn die Erkrankung nicht genug ernst genommen wird in der Gesellschaft, wird auch der Erkrankte nicht genug ernst genommen. Das geht bis zu den Hilfsmitteln, um die wir kämpfen müssen. Es kostet uns als Initiative viel Kraft, Zeit, Nerven und Geld, jedem Einzelnen zu seinem Recht zu verhelfen, bei der Frau mit den beiden Oberschenkeln mussten wir von März bis Dezember kämpfen – die Frau war suizidgefährdet, sie lebt alleine.

Diabetes>News Zeitung: Wie hoch ist der Anteil an solchen Fällen, bei denen Sie Ärger haben?

Dagmar Gail: Inzwischen immer höher. Aber wir kämpfen weiter.

Diabetes>News Zeitung: Sie weiten den Tätigkeitsbereich Ihres Vereins gerade noch weiter aus. Was wird die Aufgabe der Amputierten-Stiftung sein?

Dagmar Gail: Die Idee haben wir im Moment etwas zurückgestellt, weil uns Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Die Krankenkassen haben uns in diesem Jahr um zwei Drittel heruntergekürzt – das würde man eben bei anderen Erkrankungen nicht wagen.

Das Interview führte Marcus Sefrin